Marktstrasse 33
6850 Dornbirn
Kuratorin: Marina Hämmerle
Ausstellungsgestaltung:
Jochen Specht
Architekturvermittlung:
Martina Pfeifer Steiner

Ausstellungsdauer:
19.06. – 12.09.2009
Öffnungszeiten:
Di - Fr 10 – 17
Do 10 – 21
Sa 10 - 14

Programm:

09.07. 20:00 Uhr

Tanzimprovisation_LIVINGUNIT
Podium für Improvisationskunst
Künstl. Leitung Brigitte Jagg

25. und 26.08. 20:00 Uhr
Provinztheater_LIVINGUNIT
Freies und Experimentelles Theaterensemble
„Der Drang“ von Franz Xaver Kroetz
Regie Beatrix Schwärzler

08.09. 19:00 Uhr
Kazuhiro Kojima | Kazuko Akamatsu, Tokyo
Werkvortrag Architekten

09.09. 19:00 Uhr
Workshop Individuelles Wohnen
Architekt Wolfgang Ritsch, Vorarlberg

10.09. 19:00 Uhr
Vortrag Nomadisches Wohnen
Architekt Hugo Dworzak, Vorarlberg
inkl. Special „Das tragbare Haus“
von Patricia Muñiz Nuñez

11. – 12.09.
Wohnmodelle Schweiz
Zweitägige Exkursion












9by9 global HOUSING projects WOHNMODELLE weltweit

Fotos Eröffnungsfeier am 18.06.2009 19:00 Uhr
Fotos Ausstellung
Einladung (PDF)
Programmfolder (PDF)

9by9 fokussiert auf 9 exemplarische Wohnmodelle und unterfüttert die Darstellung mit 9 Interventionen auf emotionaler Ebene. Aspekte des Wohnens werden übersetzt, sichtbar, hörbar, fühlbar gemacht und stimulieren zur Formulierung der eigenen Bedürfnisse und provozieren den Diskurs.

Die Ausstellung basiert auf einem Buch von Prof. Josep Lluis Mateo und seinem Team an der ETH Zürich, Global Housing Projects – 25 buildings since 1980. Rund 500 weltweit angesiedelte Projekte wurden im Vorfeld untersucht, 25 davon in einer subjektiven Auswahl zusammengestellt. Sie liefern einen Querschnitt von Ansätzen globaler Wohnungsmodelle, geprägt durch die jeweiligen klimatischen und kulturellen Eigenheiten und sind zeitlich in den letzten drei Dekaden verankert. 9 Projekte dieser Palette an divergierenden Wohnbauten werden daraus vermittelt.

Projekte
1 Indien, Mumbai, Charles Correa 1983
2 Vietnam, Hanoi, Kazuhiro Kojima 2003
3 Japan, Fukuoka, Rem Koolhaas, OMA 1991
4 Frankreich, Mulhouse, Lacaton Vassal 2004
5 Holland, Amsterdam, Josep Lluís Mateo 2000
6 Spanien, Madrid, Aranguren +Gallegos 2003
7 Mexico, Mexico City, Delekamp Arquitecto 2003
8 Argentinien, Altamira, Rafael Iglesias 2001
9 USA, San Francisco, Saitowitz & Natoma Architects 2003

Interventionen
PHILOSOPHIE und LITERATUR
Tassilo Eichberger, Philosoph und Jurist
Der architekturaffine Münchner Jurist bündelt litera­rischer Textstellen bekannter Autoren in eine Minia­tursammlung zum Mitnehmen – von der Rolle reißen und zu Hause lesen. In den kleinen, wohldosierten Hin­weisen zu häuslich, städtischer Wahrnehmung regen Sicht- und Empfindungsweisen von Philosophen und Schriftstellern zur Reflexion über die eigenen Befind­lichkeiten an.

BILDENDE KUNST
Martin Oswald, Professor für Kunst
Wohnräume, Lebensräume – punktierte Verortungen der Bildenden Kunst. Die künstlerische Reflexion über Wohn­raum berührt Aspekte von Grenzziehungen, Überschrei­tungen, die Frage nach einem Leben zwischen Masse und Individuum, die Nischen des Subjekts im kollektiven Raum. Erlebte Enge – Wohnen als Bedrohung, Wohnen im Plattenbau, Reservate der Rush-Hour-Gesellschaft, künstliche Wohnwelten – ganz real, dürfen als Anregun­gen für das assoziative Betrachten gelten.

Wolfgang Ritsch, Architekt
Zwischenfragen zu individueller Befindlichkeit und Wohnbedürfnissen werden zur weiteren überraschen­den Intervention und wollen beantwortet werden.

Richard Bösch, Christian Geismayr, Gerold Hirn, Harald Gfader, Albrecht Zauner, + Joschy Deuring

Ein Auszug der Ausstellung im Wiener Künstlerhaus „fünf aus vorarlberg“ bringt die LIVINGUNIT mit Male­rei und Skulptur zum Leuchten. Kunst will im kleinsten Raum sein und gesehen werden.

SOZIOLOGIE
Peter Holzwarth, Wolfgang Meisinger, Ruby Sircar; Kulturwissenschaftler
Die Interviews wurden 2008 im Rahmen von Anti­podium Akt 01 in Bregenz aufgenommen. Der Fra­genkatalog orientierte sich entlang der Themen: Wohngeschichte; Nachbarschaftsgeflechte und All­tagsbewegungen; privaten Wünschen, Träumen und Utopien.

MUSIK
Hans-Udo Kreuels, Pianist, Komponist und Musikwissenschaftler
Einzelne Wohnprojekte inspirieren den Musikwissen­schaftler zu einer Auswahl an musikalischen Analogien. Das von ihm zusammengetragene Potpourri tauscht Gesehenes in Gehörtes – assoziativ entstehen Hörbil­der, Kreuels lässt die Bauten sprechen

FILM
Emanuel Danesch, Regie
'Livesafelyineurope' 52 min, 2007, Austria
'Let's Make Money'

smart_LIVINGUNIT
patented as Design 2008 by Angelo Roventa
Das modulare Möbelsystem lässt sich komplett und in Einzelelementen per Kurbel verschieben. Ein und derselbe Raum wird einer Theaterbühne gleich um­gruppiert. Verschiedene Raumarrangements bieten den Komfort einer vollwertigen Wohneinheit mit sämtlichen Funktionen. Simultan oder der Reihe nach werden Bad, Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche aktiviert. Mit der sequenziellen Belebung gewinnen die gerade be­nutzten Funktionen die Fläche der ungebrauchten Be­reiche dazu. So kann die Nutzfläche bis auf das Vierfa­che vergrößert werden:

(1.01)≤(1.02)+(1.03)+(1.04)+(1.05)≤4x(1.01) Beispiel: Bruttofläche: 60m2; Nettonutzfläche: 54m2+40m2+44m2+41m2+41m2

Anleitung:
Mechanisch öffnet sich der bediente Raum für das ent­sprechende Wohnbedürfnis. Ein Rezept für den Alltag. Will gekocht werden, öffnet sich die Küche, alle an­deren Bereiche werden auf Schrankabfolgen minimiert. Die Toilette ist praktischerweise jederzeit betretbar, für alle anderen Wohnabläufe muss koordiniert werden. Aus diesem Grund ist die smart_LIVINGUNIT am bes­ten für Singles oder sich gut verstehende Menschen geeignet. Das mobile Interieur kann in jede Hülle gestellt werden und wird damit zur Wohnung. Varianten von Winterkern und Sommeraus­dehnung sind ebenso möglich wie zusätzliche Möblie­rung für Spezialbedürfnisse vor dem elastischen Raum, wenn es die architektonische Hülle zulässt.

1:1 Wohnen in der Ausstellung:
smart_LIVINGUNIT ist bewohnbar. Strom ist vorhanden, jedoch kein Abwasser. Am Esstisch wird international gedeckt. Im Fernseher läuft die Intervention Innenräu­me der bildenden Kunst. Sechs zeitgenössische Vorarl­berger Künstlerpositionen bereichern die häusliche Szenerie. Es darf nach Lust und Laune gekurbelt und geschoben werden.


Rahmenprogramm
Ein Architekturvermittlungsprogramm für Kinder und Junggebliebene begleitet den ganzen Sommer. Hauptschauplatz ist die Ausstellung in der im originellen Wohnmaschinen-Ambiente ausprobiert und gewohnt werden kann. Zu den einzelnen Wohnmodellen gibt es passende Spiele. In der Zweigstelle des vai – vaiDOMA, direkt bei der inatura – heißt es: Wer bastelt mit? architekturBASTELN.